Sport, Asthma und Rohkost

Grüß euch!

Manche wissen vielleicht, dass ich Atopische Dermatitis/Neurodermitis habe und deshalb eine strikte Ernährung befolge ohne die ich sonst Ausschläge bekomme. Mein 38. Geburtstag und ein für mich starkes Jahr gibt mir nun Anlass, die letzten 20 Jahre im Hinblick auf sportliche Aktivitäten, Asthma und Rohkost zu betrachten.
Ich erzähle nun die Entwicklung mit Originalfotos, die zum Teil in meinen Blog oder im Forum zu sehen waren.

In der HTL war ich von Leibesübungen befreit, doch ging ich statt dessen in Wirbelsäulentraining und führte diese fortan als Mindestmaß täglich durch.
Mit 18, also vor 20 Jahren fing ich an, regelmässig Fitnesscenter zu besuchen:

Auch wenn man es mir nicht unbedingt ansieht, führte ich täglich Kräftigungsübungen für die Muskulatur durch.
Ein Detail bei obigem Bild: Es entstand am Ende eines 6-wöchigen Kuraufenthaltes am Toten Meer und dennoch sieht man noch Neurodermitis-Tupfen an den Händen, insb an der hinteren Hand.
Nach meinem Auszug von zu Hause kaufte ich mir einen Fahrrad-Hometrainer mit Pulsmesser (für Ohrläppchen). Das war für ein stabiles Ausdauertraining und Vermeidung von Asthma schon damals sehr nützlich.
Da ich auch Muskeltraining immer gerne für mich von zu Hause aus trainierte, nützte ich Videokassetten wie jene tief wirkenden von Calanatics:

Einen Trainingsplan ließ ich mir damals nie erstellen, weil ich insbesondere auf meine Lunge achten musste: Belastungsasthma bedeutet, dass man bei einer zu großen Belastung keine Luft mehr bekommt.
So richtig stark wurde das Asthma, als ich auf einem Teppich, der feucht gereinigt wurde meine Sit-ups durchführte: Es war schrecklich und der Beginn von Asthmaspray und Lungentests. Das ging so weit, dass ich selbst bei sexuellen Bewegungen bald pfiff als hätte ich ein Vogelpfeiferl verschluckt.
Zum Glück wurde dies auch durch Wechsel der Räumlichkeiten immer besser und ich ging über Jahre im örtlichen Turnverein zweimal wöchentlich Aerobic.
In Kombination mit weiterem Training und Radfahren in die Firma konnte ich mich meist sehr gut bewegen ohne Anfall. Ein Trainer in einem Fitnesscenter das ich damals besuchte meinte, meine Beine schafften mehr Gewicht zu heben als seine Fußballspieler. Na immerhin 😉

Die Rohkost-Ernährung brachte eine weitere grundsätzliche Verbesserung, weil ich nun ohne Tabletten auskam und auch den Spray nur mehr sehr selten benötigte. Doch brauchte ich einige Jahre, bis ich auch längerfristig ohne Unterbrechung Ausdauersport durchziehen konnte. Nach einigen Wochen, wenn sich erste Erfolge zeigten, begann regelmässig meine Lunge zu verkrampfen und ich musste zumindest für einige Wochen das Ausdauertraining unterbrechen.
Mit Nahrungsmittelergänzungen (Rohkost-NEMs wie auch spezielle andere Ergänzungen) etwas älteren Trockenfrüchten und Nüssen hatte ich besonders große Probleme: Nach 10 – 14 Tagen bekam ich Asthma.

Ich merkte bald, dass frische Lebensmittel bei mir nicht zu ersetzen sind und erkannte die Bedeutung der AGEs (Advanced Glycation Endproducts / Fortgeschrittene Glykolysierungs Endprodukte). Eigentlich sind dies – auch Maillardmoleküle genannt – ohnehin jene Moleküle, die Rohköstler eigentlich meiden “wollen” wie die Pest.
Doch dem ist nicht so: Zahlreiche Lebensmittel wie ältere Trockenfrüchte und Nüsse wie auch Nahrungsergänzungsmittel, Muse und anderes, das eigentlich auch unter dem Titel “Rohkost” angeboten wird, enthält zum Teil kritische Mengen an AGEs, die sich gerade für jene, die empfindliche Lungen haben, besonders negativ auswirken. Wir scheiden über die Lunge nicht nur CO2 aus! Sie ist eines unserer wichtigsten Ausscheidungsorgane für einige Substanzen die wir u.a. mit der Nahrung aufnehmen.

Da Manuel klein war, ging ich vorerst zum orientalischen Tanz: Das war etwas, das ihn auch etwas faszinierte und das ich in seinem Beisein weiterhin zu Hause praktizieren konnte. Wer glaubt, dass diese Bewegungen kaum Muskeln trainiert, täuscht sich: Ich wunderte mich, welche Muskeln ich noch alle hatte, die ich noch nicht trainiert waren 😉
Eine tolle Stärkung und Test für die Lunge war auch der Brust-Shimmy. Anfangs merkte ich richtig, wie sich in der Lunge einiges löste und erst mit der Zeit konnte ich es minutenlange durchführen.
Orientalischer Tanz ist traditionell auch für Männer üblich – hier eine Version die eher auf Fatburning und für Frauen ausgelegt ist:

Als ich einen Test mit “Sonnenkost” durchführte, musste ich auch dieses Experiment innerhalb von 10 Tagen stoppen, weil meine Gelenke dermaßen knackten bei den Bewegungen (extrem die “Schlangenarme”), dass mir Angst und Bange wurde. Ich war mit der damaligen Anleitung trotz eigenständiger Nutzung von Wildpflanzen anscheinend voll übersäuert worden.
Mit orientalischem Tanz hörte ich grundsätzlich natürlich nicht auf, wenn auch die Häufigkeit geringer wurde. Als Manuel nun älter wurde, ging ich wieder in Aerobic und er war in der selben Turnhalle und spielte mit Kindern von anderen Müttern. Oma ging damals mit, sie hatte eine Stunde davor ihr “Hausfrauen” Turnen. Außerdem fing ich das Qwan Ki Do Training an, vietnamesisches Kung Fu. Mein Mann und ich gingen zu zweit – es tat gut, sich einmal gegenseitig auf die “Matte zu schmeißen”. Einen Menschen zu spüren, auch wenn es mal Differenzen gibt, tut gut. Diese Aufnahme entstand bei einer Vorführung in einer Fußgängerzone:

Ich machte etwa 2 Jahre mit. Da das Training sinnvollerweise dreimal die Woche war, stellte ich mein Training zurück, weil wir unseren Sohn nicht immer zu Oma geben wollten, sie brauchte ja auch Zeit für sich. Außerdem fing dann die Zeit an, zu der ich auch Schutzvorrichtungen für empfindliche Stellen besorgen sollte und echte Kämpfe mitmachen sollte. Das wollte ich nicht, mir reichte die Übung zur Verteidigung (mein Mann machte weiter).
Manuel wollte indes in die Leichtathletik-Sparte des Turnvereines, die er immer noch gerne mehrmals die Woche besucht.

Motiviert auch durch Läufer in der Firma fing ich (wieder) an in der Natur zu Laufen. Der Walkman wurde bald mit einem iPod ausgetauscht und los ging es. Ich lief auch bei einem Firmenlauf mit – doch holte mich das Asthma wieder ein. Es hatte doch gedauert, bis ich jene Pflanzen herausfand, die mir insbesondere für meine Lunge und gegen Allergien halfen und jene Lebensmittel zu meiden, die es besonders provozierte. Zu jener Zeit aß ich fast gänzlich ungemischt – eine Mischung kam aufgrund der Ungewissheit der Auswirkungen verschiedener Lebensmittel nicht in Frage.
Auch den Waldparcour mit Turngeräten führte ich gerne durch:

Nachdem ich ein Jahr studiert hatte, dennoch auch trainiert, länger zu wenig geschlafen hatte – merkte ich, dass auch Rohkost Grenzen hat. Um keine Medikamente schlucken zu müssen, kurierte ich mich mit relativ viel Fisch. Anfang 2010 entstand diese Aufnahme in einem Fitnessclub wenige Häuserblocks entfernt, der sich für mich dadurch auszeichnete, dass ich mit Code rund um die Uhr hingehen konnte. Für abendliches Wintertraining vor dem Schlafen gehen sehr praktisch.

Den beiden Besitzern, C + C Nemecek erzählte ich damals von Rohkost und wie sehr es mir geholfen hatte. Inzwischen praktiziert die Trainerin Claudia Nemecek seit einigen Monaten (1,5 Jahre) selbst 80 % Rohkost mit Nahrungsmittelergänzungen und Ziegenmilchprodukten wie auch Kaffee bzw auch mal Schokolade – auch eher undogmatisch – und hat damit für sich gute Erfolge erzielt. Sie ist eher vegetarisch unterwegs und ich bin gespannt, wie es ihr weiter geht.

Hier ist sie – top in Form und Teilnehmerin vieler Wettbewerbe – mit ihren Hunden zu sehen: http://www.personalfitness.easyhomespace.de/index.php?p=1_7_HUNDELAUFSPORT-

Für den Winter 2011 hatte ich zur Abwechslung einen weiteren Fitnessclub im Auge und ließ mich dort durchchecken. Er liegt ideal auf dem Weg von der Arbeit nach Hause und daher auch für den Sommer ideal. Ein Jahr war Mindestlaufzeit, aber ich versuchte es. Ich bekam ein Programm für Cardiotraining und die “Geräte”, das ich allerdings bald auf Hanteln umstellen ließ und schließlich landete ich beim Zirkeltraining bei Aurel, der mich stark beeindruckte und ein sehr umfangreiches Programm bietet: http://www.fitness-sportconcept.com/index.php?option=com_content&view=article&id=49&Itemid=65
Ihm ist auch Literatur wie von Albert von Haller “Macht und Geheimnis der Nahrung” bekannt, das sich als sehr konstruktiv im Training erwies.

Langsam aufgebaut erntete ich nun heuer das erste Mal in meinem Leben durchgehenden Sport, auch Ausdauersport ohne je das Gefühl von Halseinschnürung, also Asthma zu bekommen. Zum ersten Mal geriet ich an die Grenzen, ich benötigte mehr Stärke. Manche Rohköstler nützen ergänzend Nudeln als Stärkelieferant – das war mir unmöglich. Weiterhin müssen meine Lebensmittel frisch und roh sein um Ausdauersport durchführen zu können. Ich nützte vermehrt Lindenblätter und u.a. weich gewordene Sellerieknollenscheiben. Zuviel Zucker, insbesondere Fruchtzucker war nicht gut.
Die Pulsuhr half mir, noch besser auf meinen Körper zu hören.
Inzwischen kann ich sagen: Ja es geht .. und ja, das “Vogelpfeiferl” wurde nun seit einigen Jahren nicht mehr gehört 😉

Liebe Grüße und bis bald
Angelika

Schreibe einen Kommentar